Wirtschaftliche / finanzielle Konsequenzen für die Landwirte

Durch die Qualitätsrichtlinie, der alle Landwirte unterstellt sind, ist es nicht erlaubt, Gärreste mit Hühnertrockenkot auszubringen und im folgenden Jahr Feldgemüse anzubauen. Das ist ein Riesenproblem für alle Gemüseanbauer. Flächentausch in derzeitiger Form wird nicht mehr möglich sein!

Unterstützung der Massentierhaltung

Durch die Verwendung des Hühnertrockenkots in der Biogasanlage fördern wir die Massentierhaltung von Hühnern.
Bei der Qualhaltung in den Großmastanlagen werden 20 Masthühner auf einem Quadratmeter zusammengepfercht. Die ohnehin einseitig qualgezüchteten Tiere müssen die gesamte Mastdauer auf ihrem eigenen Kot stehen und bekommen daher Krankheiten, Skelett-Deformationen und schmerzhafte Fußballen-Entzündungen.



Foto: © Deutsches Tierschutzbüro, Bild aus der Hühnermast


Botulismus und Biogas

Hühnertrockenkot als Substrat kann Tierkadaver enthalten. Dadurch reichern sich multiresistente Keime und Antibiotika im Gärrest an und werden als angeblich wertvoller Dünger über die Felder verteilt. Bei der Substratbergung mittels Feldhäcksler könnten Tierkadaver zusammen mit dem Substrat konserviert werden. Der Fermentationsprozess in der Biogasanlage läuft unter Luftabschluss, dadurch herrschen optimale Bedingungen für gefährliche Keime. Über das Ausbringen der Gärrückstände können diese auf die Felder dann weiterverbreitet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ruft die Landwirte dazu auf, auf den Bezug und Einsatz von Hühnertrockenkot aus agrarindustriellen Anlagen zu verzichten:

Sie sollten ihre Äcker nicht weiter als „Entsorgungs-Ventil für die Massentierhaltung in Agrarfabriken“ zur Verfügung zu stellen. Die Ausbringung des Kots rufe durchweg Ärger und sogar massive Proteste der Bürger hervor - weil es sich hier nicht wie bei Gülle um „Landluft“ handle, sondern um beißend stinkende agrarindustrielle Abfälle, in denen oft Antibiotika und sehr oft tote Tiere enthalten seien.

Links:

> Hühnerkot wird als Düngemittel verwendet - Gefahr durch resistente Keime; Mist aus Holland auch auf Feldern im Werra-Meißner-Kreis (Werra-Rundschau, 11.11.2012)
> Geruchsbelästigung; Biogasanlage stinkt der Bevölkerung (Kölner Anzeiger, 22.03.2012)

> Botulinumtoxikosen bei Mensch und Tier (Agrar- und Veterinärakademie, 2010)

> Anteil positiver Proben in Staub und Hühnerkot in Prozent (Umweltministerium NRW)