ETHISCHER ASPEKT

Die subventionierte Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen ist eine große Lebensmittelvernichtung, schädigt die Umwelt, treibt die Preise für Ackerflächen, Pachten und Lebensmittel nach oben, vernichtet Arbeitsplätze, führt zu Hungersnöten in den ärmeren Ländern, etc. Die Produktion von Lebensmitteln („Teller“) hat mittlerweile keinen Vorrang mehr vor der Produktion von Rohstoffen für die energetische oder stoffliche Verwertung („Tank“), da diese zusätzlich noch hoch subventioniert werden.

In Lampertheim würden Ackerflächen zur Produktion von Energiemais für die Biogasanlage anstelle von Gemüse genutzt werden.

Nicht zuletzt ist für uns die Natur und der Boden, der unser aller Lebensgrundlage ist zu wertvoll, um darauf Lebensmittel für die Erzeugung von Energie anzubauen und ihn durch übermäßige Ausbeutung zu zerstören. Der Respekt vor Millionen hungernder Menschen gebietet einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Grundlagen für unsere Ernährung. Die riesige Fläche, die der Lebensmittelproduktion entzogen wird, steht in keinem Verhältnis zu der geringen Menge an Energie, die gewonnen wird auch im Vergleich zu anderen sog. regenerativen Energieformen.

Das Wort „Bio“gas steht eben nicht für eine besonders umwelt- und klimaverträgliche Form der Energieerzeugung. Durch Wärmeverluste in der Produktion, durch Verbrauch fossiler Energieträger (Düngemittel, Pestizide, Transport) sowie Freisetzung von Lachgas und Methan beim Maisanbau fällt die Klimabilanz von Biogas nicht positiv aus. Unter dem Vorwand des Klimaschutzes werden mittels großzügiger Subventionierung lediglich Klientelinteressen bedient.


Vogelfrei?

Bald kehren sie zurück aus dem Süden: Amsel, Drossel, Fink, Star – und alle anderen. Ob das in ein paar Jahren noch so sein wird, ist ungewiss. Denn die Lebensgrundlage der Vögel wird zerstört – auch eine Folge der Energiewende. Geht es um das Weltklima, steht der Artenschutz hintenan.

Von Ulli Kulke

Gesamter Artikel nachzulesen unter > WELT am Sonntag / 03.03.2013