DAS ERNEUERBARE ENERGIE GESETZ (EEG)

Die treibende Kraft hinter dem Bau der meisten Biogasanlagen ist das EEG. Das erklärte Ziel des EEG ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen. Um dieses öffentliche Gut zu erlangen, transferiert das EEG Fonds von Stromverbrauchern in Deutschland zu den Stromerzeugern, die auf spezielle Technologien wie Solar, Wind oder Biogas setzen.

Die Höhe der daraus resultierenden Subventionen definiert sich eher über die entsprechenden Kosten für diese Technologien als über den Vorteil für das Klima. Dieser planwirtschaftliche Ansatz beruht vielmehr auf politischen als aufwissenschaftlichen Entscheidungen und resultiert in enormen Verzerrungen der Märkte für die genutzten Ressourcen, insbesondere für landwirtschaftlich nutzbare Flächen.

Dieser Ansatz ist anfällig für Lobbyismus: Der Lobbyismus liefert Subventionen für die Aktivitäten der Lobbyisten und führt zu einem Teufelskreis, der den politischen Prozess (und die Demokratie) untergräbt. Vergleicht man im Fall von NAWARO-Biogas die Subventionen mit den möglichen direkten Klimavorteilen, erweisen sich diese als immens. Die indirekten Folgen sind so negativ, dass, ganzheitlich betrachtet, viele Biogasanlagen in Deutschland (insbesondere in Niedersachsen) dem Klima eigentlich schaden.

Das Endergebnis ist, dass Stromverbraucher Subventionen zahlen, die als Beitrag zum Klimaschutz gerechtfertigt werden und die in Bezug auf das genannte Ziel zumindest sehr ineffizient sind, und bei Berücksichtigung globaler Effekte sogar klimaschädlich sein können Das ist auch der Grund für die massiven Bedenken der wissenschaftlichen Gemeinschaft bezüglich der Nutzung von NAWARO-Biogas. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Bioenergievon einjährigen Ackerpflanzennicht zum effektiven Klimaschutz beitragen kann.

Es gibt grundlegende biologische und globale landwirtschaftliche Prozesse, die überall stattfinden, und die das erklären.

Prof. Claus Töpfer, einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet nachhaltiger Entwicklung, beschreibt diese Situation folgendermaßen: „Überall dort, wo die Erzeugung von Energie aus Biomasse auch nur im entferntesten in Konkurrenz steht zur Nutzung von Biomasse zur menschlichen Ernährung, kann dies nicht verantwortet werden!“

Es gibt in wissenschaftlichen Kreisen die starke Übereinkunft, dass Prof. Töpfer zu Recht auf diesen Aspekt hinweist. Das zeigt sich ebenso in der oft wiederholten Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik (der Bundesregierung):

Insgesamt kommt der Beirat zu der Einschätzung, dass die Förderung der Biogaserzeugung in der gegenwärtigen Form nicht fortgeführt werden sollte.

Und weiterhin:

Wenn dies nicht unterbunden wird (und das ist allein schon aufgrund der etablierten Lobby-Aktivitäten schwierig), wirkt das EEG langfristig kontraproduktiv….

Diese Empfehlung wurde bei der Reform des EEG zum Großteil ignoriert, obwohl es die übereinstimmende Meinung der Wissenschaftler, die sich mit dieser speziellen Form von Bioenergie intensiv beschäftigt haben, wiedergibt.

Quelle: Stellungnahme zum Bau von Biogasanlagen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe (NAWARO), v. Dr. Murphy-Bokern, Umwelt- u. Agrarwissenschaftler